Simones Story

"Ich kann mich noch gut an eine Begegnung erinnern, die mein Glaubensleben sehr geprägt hat und mir wirklich wichtig geworden ist. Gott hat mir damals die Augen dafür geöffnet, was es heißt, seinen Glauben zu leben, große Erwartungen zu haben und kühn zu beten!

An einem Abend beim Kongress von Alb on Fire (Vorgänger von ON FIRE) wurden verschiedene Seminare angeboten. Ohne große Erwartungen hörte ich mir eine der Predigten an. Sie war gut, aber es war nichts Neues für mich dabei. Auf dem Weg zum nächsten Seminar sprach mich plötzlich ein Mann an, den ich am Morgen kurz kennengelernt hatte. Er sagte: ‚Kann ich dich etwas fragen?‘ ‚Ja, klar.‘ ‚In der Predigt kam nichts Neues für dich vor. Warum also bist du hier? – Ich weiß, dass du andere Fragen auf dem Herzen hast. Ich bin noch die ganze Woche da!‘

Mit diesen Worten ließ er mich stehen. Ich war zu sprachlos, um etwas zu erwidern. Dieser Mann kannte nur meinen Namen, aber er hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Allerdings wusste ich nicht, welche Fragen er meinte. Ich ging in einen Raum und fing an zu beten und merkte, dass Gott durch diesen Mann zu mir gesprochen hatte. Mein Herz wurde tief berührt, weil ich wusste, dass er Recht hatte. Je länger ich betete, weinte und mein Herz vor Gott ausschüttete, desto klarer wurden mir meine Fragen bewusst: Kann Gott durch mich Wunder tun? Was kann ich tun, damit Gott durch mich die Menschen um mich herum berührt? Bin ich überhaupt fähig dazu?

Am nächsten Tag kam der Mann ohne Zögern auf mich zu, zeigte mir verschiedene Bibelstellen und begann, über genau die Themen mit mir zu sprechen, zu denen ich Fragen hatte. Dabei hatte ich ihm diese gar nicht gestellt! Wir lasen im Jakobusbrief davon, wie wichtig es ist, nicht nur Hörer des Wortes Gottes zu sein und es für sich allein zu horten, sondern auch Täter des Wortes zu sein und es zu verbreiten. Wir sprachen über Wunder und über Gottes Willen, jeden zu gebrauchen, der sich ihm einfach zur Verfügung stellt, ohne etwas Besonderes leisten zu müssen!

Gott beantwortete die Fragen meines Herzens, die nicht einmal mir selbst bewusst waren. Er kennt uns besser, als wir uns selbst. Er ist der Hörer unserer Gebete und will uns gebrauchen, ohne dass wir Leistung erbringen müssen. Er will uns den Mut geben, furchtlos rauszugehen und den Menschen in unserem Umfeld zu dienen und von ihm zu erzählen. Vor allem möchte er durch uns heute noch Großes tun!

Gott hat so viel durch dieses Gespräch getan, dass ich mich sogar mehr auf die Zeit nach dem Einsatz, als auf den Einsatz selbst freuen konnte, nur um dann im Alltag Täter des Wortes Gottes sein zu können! Durch Gottes Geist hat diese Erkenntnis viel bei mir bewirkt."

'Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. Denn wer Hörer des Wortes ist und nicht Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht im Spiegel anschaut, er betrachtet sich und läuft davon und hat bald vergessen, wie er gestaltet war. Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser Mensch, der kein vergesslicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun.'
Jakobus 1, 22-25

Simone Schwarz, 16